Tympaneum - Haus der Trommeln

Trommeln bilden ihr eigenes Universum. Ein Universum von Tönen, Stilen, Formen, Bedeutungen, Verwandschaften, Familien und Techniken. Jede Trommel, selbst nahe Verwandte, muss etwas anders gespielt werden und nicht selten spielt man sogar auf ein und demselben Instrument auf verschiedene Arten. Manche Trommeln habe edle Namen und berühmte Vorfahren, andere sind wie Neureiche ohne Ahnengalerie und Stammbaum. Ich beschreibe hier nur einen Bruchteil der Trommeln, die es gibt. Ich habe Exoten dabei und Straßenköter, Trommeln, die jeder kennt und solche, die praktisch unbekannt sind. Aber auf irgendeine Weise haben alle Trommeln mit mir zu tun. Ich bin irgendwo auf sie gestoßen, habe sie im besten Falle selbst gespielt (oder gequält, wie man möchte), in einem Museum eingesperrt hinter Glas gefunden oder auf der Straße in Aktion gesehen. Freunde haben mir Fotos geschickt oder ich sah eine irgendwo herumliegen, hab sie fotografiert und erst Jahre später ihren Namen und Stammbaum erfahren. Jede andere Herangehensweise wäre eine Lebensaufgabe, völliger Irrsinn oder rein scholastistisches Anhäufen von Fakten.

Aber wie die Trommeln einordnen, katalogisieren, zueinander setzen? Nach Herkunftsland, Herkunftsvolksstamm, Form, Spielart, Name? Das alles sind nur Krücken, aber etwas anderes haben wir nicht. Daher werde ich tatsächlich den ungefähren Herkunftsort (in eher größeren Regionen) als Oberkategorie wählen, und dann in den Beschreibungen versuchen, auf genauere Herkunft, Name, Trommelform, Spielart, Bedeutung einzugehen. Manches wird aus der Literatur sein, manches aus eigenem, angesammelten Wissen. Viele Trommeln werden im Set gespielt, ich bezeichne das als „Familie“. Nicht im Sinne der sehr speziellen Familienidee der Ewe – Trommeln (mit Vater, Mutter, Bruder, Baby etc.) sondern im Sinne von prinzipieller Zusammengehörigkeit, wie z.B. bei der Conga (Quinto, Conga, Tumba).


Die großen, regionalen Kategorien sind:

Innerhalb dieser Kategorien werden die Trommeln dann alphabetisch geordnet und nach folgender Einzelsystematik vorgestellt
(wobei nicht jeder Punkt immer bedient werden kann):

 1.) (Haupt)Name (z.T. mit Aussprachehilfe)

 2.) weitere Bezeichnungen

 3.) Herkunft (Länder / Ethnien)

 5.) Trommelform

 6.) Bilder

 7.) Längere Beschreibung(en)

 8.) Weitere (Detaille)Bilder

 9.) Typische Maße/Gewichte/Materialien

10.) Soundbeispiel

 

Afrika (west)

Atumpan - Paar

Ausgesprochen: ah-toom-PAHN

Ghana / Ethnie Ashanti

Kelchtrommel

Atumpan

Die Atumpan ist eine Sprechtrommel aus Ghana, die von den Ashanti als Heilig betrachtet wird.

Sie wird üblicherweise paarweise eingesetzt: der höhere, „weibliche“ Ton ist mit dem tieferen Ton der „männlichen“ Atumpan verbunden. Gespielt wird sie mit zwei gebogenen Stöcken. Mit den Fingern oder Handballen kann das Fell auch abgedämpft werden.

Auf Grund ihres großen Gewichtes, der paarweisen Nutzung und der Tatsache, dass die Trommeln unten „frei“ sein müssen (d.h. die Öffnungen dürfen nicht verschlossen sein) werden die Atumpan Trommeln von einem Gestell gehalten. Manchmal werden auch Pflöcke in den Boden geschlagen auf denen die Trommeln dann liegen.

Bei Umzügen werden die Trommeln von Trägern auf dem Kopf getragen, während der Trommler hinterher geht und die Trommel schlägt.

Atumpan auf Kopf

Das (Kuh)Fell ist in einem Metallring gefasst und wird von 7 – 8 Pflöcken, die rund um den Trommelkörper angebracht sind, über Schnüre gespannt (sog. Pflockspannung).

Die Trommelkörper werden aus einem Stück gefertigt und sind traditionel aus dem Tweneboa Baum gemacht. Da die Trommeln als heilig gelten werden dem Baum vor dem Fällen Opfer gebracht (z.B. ein Ei) und es werden Gebete gesprochen. Die Trommel wird dann mit dem Geist des Baumes identifiziert.

Traditionell sind sog. Adinkra Symbole in den Trommelkörper geschnitzt. Z.B. das Symbol Gye Nyame, was ungefähr mit „das Göttliche ist in allen Erscheinungen und Aspekten des Lebens“ übersetzt werden kann.

Neben der Begleitung von Tänzen sind diese afrikanische Trommeln dazu da, die Akan Sprache der Ashanti zu „imitieren“ und können für die Fernkommunikation benutzt werden aber auch dazu, die Menschen zusammen zu rufen oder den jeweiligen Herrscher zu ehren oder auch die Ahnen mit bestimmten Rhythmischen Mustern anzurufen und sie zu bitten, die Gemeinschaft zu schützen.

Heute noch gibt es in Ghana einen Radiosender, der jeden Morgen mit einem Atumpan – Rhythmus beginnt, der übersetzt bedeutet: „Höre, Ghana, höre!“

Wird auch im Ensemble benutzt, zusammen mit Rasseln, Glocken und anderen Trommeln zur Begleitung von Tänzen, ebenso in sogenannten Fontonfrom-Esembles (↑ Fontonfrom).

atumpan

Hier im Ensemble mit anderen Trommeln

atumpan

Mit einem klingelndenMetallzusatz an der tiefer gestimmten Trommel

atumpan

Echte Königstrommeln! Diese Atumpan-Trommeln werden für offizielle, staatliche Zeremonien, wie etwa die Einsetzung eines neuen Staatsoberhauptes, benutzt. (Sie auch Artikel ↑Fontonfrom).

atumpan Klingelaufsatz

Hier sind die mitklingelnden Aufsätze gut zu erkennen.

Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 45 cm

  • Höhe: 100 cm

  • Gewicht:

    Materialien

  • Holzart/Material: Tweneboa (botan.: Cordia Millenii)

  • Bespannung: Kuhfell / Antolopenfell

     

     

     

    Brekete

    Ghana / Ethnie Dagomba

    Röhrentrommel

    Brekete und Spieler

    Eine zweifellige, kurze Röhrentrommel. Die Brekete ist ein Bassbegleitinstrument mit Snareffekt. Durch eine einzelne Schnur, die an der Schlagfellseite quer gespannt ist, entsteht ein schnarrender Ton beim spielen.

    Der Schlegel der Brekete ist prinzipiell gebogen, wobei zwischen kurzem Stockteil und längerem Griffteil eine Halteschnur gespannt ist. Der Kopf des Schlegels ist flach und etwas verdickt.

    Gespielt wird die Brekete nur durch das Anschlagen mit dem Schlegel, wobei die linke Hand das Fell je nach Bedarf dämpft oder schwingen lässt und kleine, leichte Zwischenschläge macht, die oft hauptsächlich den Sinn des „Timekeepings“ haben.

    Es gibt zwei grundlegende Schlagtechniken. Beim offenen, tiefen Bassschlag wird der Kopf des Schlegels ungebremst auf die Mitte des Felles geschlagen. Der zweite Schlag ist ein gestoppter Schlag. Hier wird der Schlegel zum einen direkt auf dem Fell gestoppt und zum anderen dabei etwas gedreht und ein kleines Stück über das Fell „geschliffen“. Dadurch entsteht ein kurzer, höherer Ton. Mit dieser Technik ist sie der ↑Dundunba-Basstrommelfamilie nahe. Auch die Verschnürung ist von einem ähnlichen Prinzip geprägt wie dort: Längsschnüre werden durch Querverschnürungen „verkürzt“ und spannen so das Trommelfell.

    Das Instrument wird prinzipiell getragen. Mittels einer Halteschnur wird es über die Schulter gehängt, der linke Arm liegt auf dem Instrument, die Hand am Fellrand, der rechte Arm ist der Schlagarm.

    Verschnürung

    Hier sieht man die Verschnürung, die zum Spannen des Trommelfells führt.

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 35 - 42 cm

  • Höhe: 33 - 39 cm

  • Gewicht: 3 - 4 Kg

    Materialien

  • Holzart/Material:

  • Bespannung: Ziegenfell

    Hörbeispiel

     

     

     

    Bukarabu

    Bougarabou

    Südlicher Senegal (Diola Ethnie) / Gambia

    Bechertrommel

    Bukarabu

    Die Bougarabou ist ursprünglich eine Diolaische Trommel aus Casamance, einem Gebiet im Süden Senegals und kommt auch im angrenzenden Gambia ebenso wie in den angrenzenden Gebieten von Guinea-Bissau vor.

    Traditionelle Bougarabous sind Trommeln mit großer Spielfläche und einem Pflockspannsystem, die Felle sind meist unrasiert.

    Moderne (westliche) Bougrabous hingegen werden meist mit einem Schnurspannsystem gleich dem der ↑Djembe hergestellt (Schnüre, die sich zwischen zwei Eisenringen spannen, wobei das Trommelfell wiederum zwischen zwei Eisenringe geklemmt ist). Moderne Instrumente werden für einen tiefen, bassigen Klang auch oft nicht rasiert, wohingegen traditionelle Instrumente fast immer rasiert sind.

    Gespielt wird die Bougarbou mit einer Technik, die der der ↑Congas ähnlich ist. Es wird mit Händen gespielt, nicht mit Stöcken. Allerdings wird der „traditionelle“ Slap (der peitschenartige Trommelschlag) in der Mitte des Instrumentes gemacht (ähnlich wie bei den Atabaques). Manchmal trägt der Trommler auch Armringe aus kleinen Glöckchen um beide Handgelenke, was einen snareartigen Effekt beim Spielen hat.

    Das Instrument wird aus einem Stück Holz gefertigt.

    Traditionell wird die Bougarabou wohl mit unrasiertem Antilopenfell gespielt. Heutzutage wird aber auch Kalbsfell, Kuhfell oder Ziegenfell (rasiert und unrasiert) benutzt.

    Die Trommel begleitet die traditionellen diolaischen Tänze und wird heutzutage oft auch im Dreier- oder Vierer Set gespielt, wohl beeinflusst von den Südamerikanischen Congueros (↑Conga). Dabei sind die kleineren, höher gestimmten Trommeln innen und die größeren, tiefer gestimmten außen.

    P.S. Leider finden sich wenig Quellen zur traditionellen Instrumenten, Spielweise etc. Ich konnte nur einige Aufnahmen auf Youtube finden, bei denen trad. Instrumente gespielt werden. Zu Maßen, Gewicht, Fellart konnte ich nichts finden. Allerdings ist sehr auffällig, wie unterschiedlich die in den Filmen gezeigten Instrumente zu denen sind, die man hier als Bougarabous im Handel kaufen kann. Fast scheinen es zwei Arten von Trommeln zu sein. Hauptunterschiede sind das rasierte Fell und die Pflockbespannung in den Filmen zu den meist unrasierten Instrumenten im Handel, die prinzipiell eine „Djembebespannung“ haben. Dadurch wird auch der Ton sehr unterschiedlich. Die Musik, die ich hören konnte war von den Tonhöhen und den Obertönen den Sounds der ↑Djembe ähnlicher, als das, was ich von „Handelsbougarabous“ her kenne.

    Trad. Bukarabu

    Mehrere tradtionelle Instrumente.
    Gut sind die unterschiedl. Größen und damit Tonhöhen zu sehen.

    Typische Maße (moderner, westlicher Prägung)

  • Durchmesser der Spielfläche: 28 - 37 cm

  • Höhe: 55 - 65 cm

  • Gewicht: ca. 10 kg

    Materialien

  • Holzart/Material: Irokoholz (botan.: Milicia) / Mahgoni / Cucull

  • Bespannung (mod. westl. Prägung): (meist) unrasiertes Kuhfell

     

     

     

    Djembe

    (gesprochen: Dschembe) (Mhrzl: Djembes / Djemben)

    Djembé (gesprochen: Dschembee)

    Mali / Burkino Faso / Guinea (Malinke, Sousou, Bambara Ethnien)

    Bechertrommel

    Djembe

    Glockenförmiger Holzkörper aus einem Stamm, Ziegenfell, ursprünglich verwendet von den westafrikanischen Malinke und Bambara in den Ländern Senegal, Guinea, Elfenbeinküste, Mali und Burkina Faso. Die Djembe ist zur Zeit die populärste und bekannteste afrikanische Trommel.

    Kelchförmige Holztrommel z. B. aus harten Lenke - oder Iroko - Hölzern Schursystem - Bespannung mit Ziegenfell (früher Antilope) für starke Spannung. Die Spannung einer Djembe kann leicht mehr als eine Tonne betragen. Gespannt werden die Schnüre in Längsrichtung (Grundspannung) zwischen zwei Eisenringen (einem kleineren unten und einem größeren, oben am Fellrand). Die eigentliche Spannung wird aber von den Querverschnürungen erzeugt, die die Schnüre in Längsrichtung zusammenziehen. Da die Länge der Schnüre gleich bleibt, aber ihr „Weg“ weiter wird, wird das Fell über den äußeren Eisenring (der nach unten gezogen wird) stärker gespannt, während der innere Ring an seiner Stelle bleibt. Das Fell ist zwischen dem oberen, außen sichtbaren Eisenring und einem „inneren“ Eisenring eingeklemmt, den man nicht sehen kann, da das Fell ihn umschlingt.

    Der Ton der Djembe ist sehr hoch und sehr laut, vor allem der Slap produziert höchste Töne und Obertöne. Open und Bass werden gleich wie auf der ?Conga gespielt, der Slap hingegen anders. Er wird direkt am Fellrand erzeugt, in dem man die Finger mit weniger Spannung (peitschenartiger) als beim Open auf das Fell schlägt, aber praktisch an der genau gleichen Stelle (also anders als beim Congaspiel) wie beim Open.

    Beim Solospiel des Haupttrommlers wird oft mit dekorativen Rasselvorrichtungen (sog. Djembeohren) ein Snare-Effect erzeugt. Die Soloinstrumente sind meist auch höher gestimmt als die Begleitinstrumente (die aber ansonsten genau die selben Instrumente sind).

    Djembeverschnürung

    Hier kann man die typische Verschnürung der Djembe sehen

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 28 - 33 cm

  • Höhe: 60 - 65 cm

  • Gewicht: 7 - 9 kg

    Spezielle Maße meines Instruments

  • Durchmesser der Spielfläche:

  • Höhe:

  • Gewicht:

    Materialien

  • Holzart/Material: Lenkeholz (Afzelia africana, daneben auch Afzelia bella, A. bipindensis, A. pachyloba, Familie der Fabaceae) / / Eisenholz (Prosopis africana; Familie der Fabaceae)

  • Bespannung: Ziegenfell

     

     

     

    Dundunba - Basstrommelfamilie

    Dundun (tief) / Sangba (mittig) / Kenkeny (hoch)

    Mali / Burkino Faso / Guinea (Ethnien Malinke, Sousou, Bambara)

    Röhrentrommeln

    Dundun Familie

    Auf dem Foto: Dundun links, Sangba mitte, Kenkeny rechts

    Dundun

    Mit einem Holzkörper aus einem Stamm und mit zwei Kuhfellen bespannt. Die Dundun erzeugt sehr tiefe Töne. Sie ist eine Begleittrommel und wird in der Regel „liegend“ gespielt, d.h. dass der Trommelkörper parallel zum Erdboden liegt. Sie kann aber auch „stehend“ gespielt werden, wie auf dem „Familienbild“ oben zu sehen.

    Wird mit einer Glocke gespielt, die man am Trommelkörper (genauer, an der Verschnürung) befestigt und die mit einem Metallnagel angeschlagen wird.

    Auf dem Fell erzeugt man nur zwei verschiedene Töne, einen offenen, tiefen Ton durch einfaches, mittiges Anschlagen, und einen gedämpften, höheren Ton durch Stoppen des Schlegels auf dem Fell beim ebenfalls mittigen Aufschlag.

    Die Felle sind (in der Regel) unrasierte Kuhfelle. Dies gilt für alle drei Basstrommeln.

    Hier wird das Fell für eine Dundun durch Wässern und Stampfen geschmeidig und weich gemacht.

    Durchstechen des Felles, um die Längsverschnürung anbringen zu können

    Die beinahe fertige Dundun, bei der nur noch das überstehende Fell abgeschnitten werden muss.

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 40 - 52 cm

  • Höhe: 60 - 77 cm

  • Gewicht: 12 - 15 kg

    Maße eines von mir gemessenen, originalen Instrumentes:

  • Durchmesser der Spielfläche: 40 cm

  • Höhe: 77 cm

  • Gewicht: 13.2 kg

    Materialien

  • Holzart/Material:

  • Bespannung: Unrasierte Kuhfelle

     

     

     

    Sangba

    Sanba / Sangbani

    Sangba

    Die Sangba ist die Mittlere der Basstrommeln. Ansonsten gibt es in Spieltechnik, Aufbau, Bespannung etc. keine Unterschiede.

    Bei Festumzügen oder sonstigen Anlässen, bei denen sich die Trommler bewegen müssen, werden Sangba und ↑Kenkeni auch an Schnüren befestigt um Schulter und Arm getragen.

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 30 - 39 cm

  • Höhe: 53 - 65 cm

  • Gewicht: 7 - 10 kg

    Spezielle Maße meines Instruments

  • Durchmesser der Spielfläche: 32 cm

  • Höhe: 64 cm

  • Gewicht: 9,6 kg

    Materialien

  • Holzart/Material:

  • Bespannung: unrasierte Kuhfelle

    Hörbeispiel

     

     

     

    Kenkeny

    Kensedeni

    Die Kenkeni ist die kleinste der Basstrommeln. Ansonsten gibt es in Spieltechnik, Aufbau, Bespannung etc. keine Unterschiede.

    detail kenkeny

    Verschnürung am Fell

    detail kenkeny

    Bespannung. Deutlich zu sehen, dass die Längsschnüre durch die Querschnüre gespannt werden.

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 25 - 30 cm

  • Höhe:50 - 55 cm

  • Gewicht: 4 - 7 kg

    Spezielle Maße meines Instruments

  • Durchmesser der Spielfläche:25,5 cm

  • Höhe: 53,5 cm

  • Gewicht: 4,2 kg

    Materialien

  • Holzart/Material:

  • Bespannung: unrasierte Kuhfelle

    Hörbeispiel

     

     

     

    Ewe – Trommelfamilie

    Atsimevu (Vater – tief) / Sogo (Bruder – tief) / Kroboto / Totodzi (Zwillinge - tief) / Kidi (Mutter – mittig) / Kagan (Baby – hoch)

    Familientreffen der Ewe-Trommeln

    Von hinten nach vorne, links nach rechts: Atsimevu, Sogo, Kidi, Kagan, Boba, Kroboto/Totodzi

    Atsimevu

    Ausgesprochen: Atschimewu

    Vater der Trommelfamilie

    Ghana / Ethnie Ewe(Vater der Ewe-Trommelfamilie)

    Fasstrommel

    Atsimevu

    Die Atsimevu ist eine Herrentrommel von großem Ausmaß, mit donnerähnlichen Tönen und wird als „Vater“ aller Ewetrommeln betrachtet.

    Sie ist Orchesterdirigent und vergewissert sich, dass alle Musikspieler gehört werden und interagiert mit den Tänzern.

    Die Atsimevu wird oft mit einer Hand und einem Stock gespielt, wobei es regelmäßig vorkommt, dass der Masterdrummer einen weiteren Stock nimmt, den er ansonsten quer zum ersten Spielstock in seiner Stockhand hat. Benötigt er den zweiten Stock für sein Spiel, zieht er ihn mit der „freien Hand“ (meist der Linken) heraus und spielt dann mit zwei Stöcken. Braucht er den zweiten Stock nicht mehr, schiebt er ihn einfach wieder quer in die eigentliche Stockhand.

    Die Atsimevu steht gewöhnlich sehr schräg auf einem Stativ, damit sie vom Masterdrummer überhaupt gespielt werden kann, denn sie ist (aufrecht stehend) fast so groß wie ein Mensch.

    Zu Beginn seines Spiels, bzw. des Ensemblespiels überhaupt schlägt der Masterdrummer mit dem Stock auf den Korpus der Atsimevu die Glockenfigur, die zum jeweiligen Rhythmus gehört und gibt damit Beginn und Tempo des Stücks an.

    Atsimevu

    Hier sieht man das Abdämpfen der Trommel mit dem Finger und die zwei Stöcke, mit der die Atsimevu oft (aber nicht immer) gespielt wird.

    Atsimevu

    Hier sieht man schön, wie die Atsimevu schräg auf einen besonderen Bock gestellt wird und wie der Masterdrummer steht und sie spielt.

    Atsimevu

    Hier nun das Spiel mit einem Stock und einer Hand. In der rechten Hand hat der Masterdrummer beide Stöcke, um jederzeit wieder auf das Spiel mit zwei Stöcken umschalten zu können.

    Atsimevu

    Hier „ruft“ der Masterdrummer mit den Stöcken die anderen Trommeln. Dabei gibt er die Geschwindigkeit des Glockenrhythmus (und damit des ganzen Rhythmus) vor, in dem er die Glockenstimme mit den Stöcken auf dem Körper der Atsimevu spielt. Dann setzen Glocke und das Ensemble ein.

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche:

  • Höhe:

  • Gewicht:

    Materialien

  • Holzart/Material:

  • Bespannung:

     

     

     

    Sogo

    Grosser Bruder der Ewe - Trommelfamilie

    Ghana (Ethnie Ewe) / Togo / Benin

    Fasstrommel

    Sogo Bruder

    Die Rolle der Sogo ist die des „großen Bruders“ der Familie der Ewe Trommeln aus Ghana. Er bestärkt hauptsächlich die anderen Musikspieler als Begleittrommel. Wird aber auch häufig als Masterdrum, d.h. wichtigste Trommel im Ensemble genutzt, da in der Musik der Ewe fast immer auf der tiefsten Trommel soliert wird. Manchmal ersetzt sie einfach die ↑Atsimevu, in manchen Stücken ist sie aber auch prinzipiell die Haupttrommel.

    Die Trommel sieht tatsächlich aus, wie ein kleines Fässchen und ist, wie die allermeisten westafrikanischen Trommeln, aus einem Stück gefertigt. Im Gegensatz zu vielen anderen Trommeln hat die Sogo keine große Öffnung am Boden ihres Holzkörpers, sondern ein Schalloch am unteren Ende, das ca. 3 cm groß ist. Dadurch kann die Sogo flach auf den Boden gestellt werden und der Trommler muss sie nicht kippen und festhalten.

    Die Sogo wird mit zwei Stöcken, mit einem Stock oder nur mit den Händen gespielt, je nach Rhythmus.

    Sogo Boden

    Hier sind gut der geschossene Boden und das Schalloch zu sehen.

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 22 – 26 cm

  • Höhe: 56 - 61 cm

  • Gewicht: 7 - 10 kg

    Maße eines von mir gemessenen Instrumentes:

  • Durchmesser der Spielfläche: 26 cm

  • Höhe: 61 cm

  • Gewicht: 7 kg

    Materialien

  • Holzart/Material: Tweneboa (Cordia millenii)

  • Bespannung: Antilopenfell / Kuhfell

     

     

     

    Kroboto / Totodzi

    Kloboto / Krobodzi

    Die Zwillinge der Ewe-Trommelfamilie

    Ghana (Ethnie Ewe) / Togo / Benin

    Fasstrommel

    Kroboto und Totodzi sind im Prinzip genau die selbe Trommel, nur anders gestimmt. Daher auch die Bezeichnung als Zwillinge. Die Kroboto ist tiefer, die Totodzi höher gestimmt.

    Begleittrommel, gefertigt aus einem Stück. Wird immer mit zwei Stöcken gespielt. Trommel steht dabei frei auf dem Boden (wird also nicht vom Spieler schräg gehalten).

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 24 - 26 cm

  • Höhe: 40 - 43 cm

  • Gewicht: 3,5 - 4 kg

    Spezielle Maße eines von mir gemessenen Instruments:

  • Durchmesser der Spielfläche: 25 cm

  • Höhe: 41 cm

  • Gewicht: 3,6 kg

    Materialien

  • Holzart/Material: Tweneboa (Cordia millenii)

  • Bespannung: Antilopenfell

    Hörbeispiel

     

     

     

    Kidi

    Mutter der Ewe – Trommelamilie

    Ghana (Ethnie Ewe) / Togo / Benin

    Fasstrommel

    Kidi Muttertrommel

    Die Kidi ist die Mutter der Familie. Sie ist schlanker und weniger bauchig als die ↑Sogo. Natürlich ist sie auch höher gestimmt als diese.

    Sie ist eine reine Begleittrommel. Sie fungiert als Dialogtrommel, die oft ihre Rhythmen den Solisten angleicht und durchaus auch variiert und improvisiert.

    Wie die ↑Sogo hat sie ein Schallloch am unteren Ende und einen geschlossenen Boden (?) und kann somit senkrecht auf dem Boden stehen (muss nicht gekippt werden).

    Die Kidi wird mit zwei Stöcken oder mit Stock und Hand gespielt.

    Kidi

    Kidi

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 20 - 23 cm

  • Höhe: 56 - 59 cm

  • Gewicht: 6 - 8 kg

    Maße eines von mir gemessenen Instrumentes:

  • Durchmesser der Spielfläche: 20,5 cm

  • Höhe: 56,5 cm

  • Gewicht: 6,1 kg

    Materialien

  • Holzart/Material: Tweneboa (Cordia millenii)

  • Bespannung: Antilopenfell / Kuhfell

     

     

     

    Kagan

    Ausgesprochen: Kagao – mit nasalem O am Ende

    Das Baby der Ewe – Trommelfamilie

    Ghana (Ethnie Ewe) / Togo / Benin

    Fasstrommel

    Die Kagan (oft wie „Kagao“ ausgesprochen, wobei das „o“ nasal gesprochen wird) ist eine reine Begleittrommel und wird üblicherweise nur mit zwei Stöcken gespielt.

    Hoch gestimmt. Kleine Trommel, geformt wie Kpanlogo. Bei den meisten mir bekannten Rhythmen besteht der Part der Kagan aus sehr kurzen (oft nur zweischlägigen) Rhythmen, die stetig und ohne Variationen wiederholt werden.

    Hier sieht man die typische Verschnürung (bei allen Trommeln mit dieser Art der Bespannung gleich).

    So ist der Pflock im Körper der Trommel verankert (auch typisch für alle Trommeln mit dieser Art der Bespannung

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 17 – 20 cm

  • Höhe: 51 – 54 cm

  • Gewicht: 2,5 – 3,5 kg

    Spezielle Maße meines Instruments

  • Durchmesser der Spielfläche: 17 cm

  • Höhe: 52 cm

  • Gewicht: 2,7 kg

    Materialien

  • Holzart/Material: Tweneboa (Cordia millenii)

  • Bespannung: Antilopenfell

    Hörbeispiel

     

     

     

    Fontonfrom

    Fontomfrom

    Ghana / Ethnie Akan

    Röhrentrommel

    Fontonfrom Duo

    Diese große Trommel ist die Trommel der Ashantikönige. Mit ihr werden Nachrichten an das Volk übermittelt, sie wird bei königlichen Festen eingesetzt. Und mittlerweile auch bei großen politischen Veranstaltungen wie dem Einsetzen des neuen Präsidenten. Siehe unten.

    Bei Umzügen, auf denen die Trommeln bewegt werden müssen, wird die Trommel von einem oder zwei Männern auf dem Kopf getragen, während der königliche Trommler hinter ihr hergeht und währenddessen den entsprechenden Rhythmus schlägt.

    Häufig werden Fontonfroms im Ensemble mit anderen Trommeln gespielt, vor allem aber mit ↑Atumpan-Duos.

    Es gibt männliche (größere) und weibliche (kleinere) Fontonfroms

    Die Trommler haben gebogene Stöcke, die sie sowohl mit der Holzspitze des kurzen Teils auf das Fell schlagen wie auch die gedrehten Stöcke, so dass ein rimshotähnlicher Sound entsteht.

    Königstrommeln im Einsatz

    Fontonfrom Festtrommeln bei der Einsetzung des neuen Präsidenten der Republik Ghana gespielt wurden.
    Diese Trommeln können im Foyer des Nationaltheaters in Accra besichtigt werden.

    Königstrommel

    Königstrommel Detail

    Die Königstrommel näher und im Detail. Wie man schon oben sehen kann, sind diese Trommeln größer als die üblichen Instrumente. Nach meinem Augenmaß ist die Höhe dieser speziellen Trommeln 200 cm oder sogar etwas mehr.

    Typische Maße (männlich)

  • Durchmesser der Spielfläche: 51 cm

  • Höhe: 120 – 150 cm

  • Gewicht: 25 - 37 kg

    Maße eines von mir gemessenen Instruments:

  • Durchmesser der Spielfläche: 32 cm

  • Höhe: 120 cm

  • Gewicht:

    Typische Maße (weiblich)

  • Durchmesser der Spielfläche: 45,5 cm

  • Höhe: 120 - 150 cm

  • Gewicht: 25 kg

    Maße eines von mir gemessenen Instruments:

  • Durchmesser der Spielfläche: 31 cm

  • Höhe: 120 cm

  • Gewicht:

    Materialien

  • Holzart/Material: Tweneboa (Cordia millenii)

  • Bespannung: Antilopenfell

     

     

     

    Kpanlogo

    (gespr.: Panlogo)

    Ghana / Ethnie Ga

    Fasstrommel

    Die Kpanlogo ist eine ghanaische Fasstrommel, ähnlich einer Conga, jedoch etwas kleiner. Das Fell (ursprünglich Antilopenhaut, heute auch Ziege oder Kuh) wird mit einem Pflocksystem gespannt. Werden die Pflöcke oder auch der Rand der Trommel mit einem schweren Holzhammer geschlagen, steigt die Spannung und damit der Ton der Trommel. Soll die Trommel tiefer gestimmt werden, schlägt man mit einiger Kraft mit dem Handballen auf die Mitte des Felles.

    Gespielt wird die Kpanlogo hauptsächlich mit den Händen, je nach Rhythmus aber auch mit einem Stock und einer Hand. Ihren Namen erhielt sie durch den gleichnamigen Tanz, der in der Küstenregion Ghanas, speziell Accra und Umgebung, sehr populär ist.

    Beim Spielen klemmt man die Trommel oben zwischen den Beinen und unten mit den Füßen fest. Man hält sie leicht schräg, um das Loch unten nicht zu verdecken. So klingt sie besser und lauter.

    Die Kpanlogo ist ein Instrument, das ursprünglich von der Ethnie der Ga gespielt wurde, heute aber in ganz Ghana verbreitet ist.

    Zitat aus dem Kpanlogo Artikel von Wikipedia (den ich mit verfasst habe).

    Man kann noch sagen, dass die Kpanlogo wohl die zweitbekannteste Trommel Wesafrikas ist, nach der ↑Djembe.

    Typische Verschnürung zwischen Pflock und Fellrand

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 24 - 27 cm

  • Höhe: 61 - 63 cm

  • Gewicht: 5 - 8 kg

    Spezielle Maße eines von mir gemssenen Instruments

  • Durchmesser der Spielfläche: 24 cm

  • Höhe: 61,5 cm

  • Gewicht: 7 kg

    Materialien

  • Holzart/Material: Tweneboa (Cordia millenii)

  • Bespannung: Antilopenfell

     

     

     

    Oprente

    Oplente

    Ghana / Togo / Ethnie Ewe

    Kelchtrommel

    Oprente

    Gegenüber der Kpanlogo-Trommel gibt die Kelchform und der breite Kopf einen tieferen und bauchigeren Klang.

    Wird mit der Hand oder mit Hand und Stock gespielt.

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 24 - 27 cm

  • Höhe: 64 - 65 cm

  • Gewicht: 9 - 10 kg

    Spezielle Maße eines von mir gemssenen Instruments

  • Durchmesser der Spielfläche: 24 cm

  • Höhe: 64 cm

  • Gewicht: 10 kg

    Materialien

  • Holzart/Material:

  • Bespannung: Antilope

     

     

     

     

    Afrika (rest)

    Ugandische Trommeln (Familie)

    atamo / ntimbo / Embuutu - (tief) / Namunjoloba (hoch)

    Uganda / Äthiopien / Kenia / Burundi

    Konustrommel

    Ugandatrommel

    Die Ugandische Trommel ist typisch für das östliche Afrika. Außerhalb Ugandas findet man sie in verschiedenen Varianten in Äthiopien, ebenso in Kenia und Burundi. Desgleichen sind andere verwandte Formen von kleinen Handtrommeln in verschiedenen Teilen des östlichen Afrikas anzutreffen. In Äthiopien wird die atamo in der Hand gehalten und mit den Fingern oder mit der Handfläche der freien Hand gespielt, oder sie wird unter die Achselhöhle geklemmt und mit beiden Händen geschlagen. In Uganda wird eine Variante dieser Trommel (ntmbo genannt) in ähnlicher Weise unter dem Arm gehalten, „an einem Lederriemen über die linke Schulter gehängt wird sie mit beiden Händen getrommelt.” Bei den Nyisansu in Tansania hält man sie in einer Hand und schlägt sie mit der freien Hand oder mit einem Lederriemen. Ganz ähnlich aussehende Trommeln werden im Savannengürtel von Westafrika gespielt.

    Zitat aus: K.P. Wachsmann: „The Sound Instruments"

    Die Schnüre, die beide Felle zusammenhalten sind in sich gedrehte Fellschnüre. Die Spannung der Trommel kann durch sie nicht verändert werden. Die Felle sind größtenteils rasiert.

    Uganda trommeln sw

    Uganda Trommeln detail

    Detailaufnahme vom Übergang Fell zur Verschnürung

    Spezielle Maße meines Instruments

  • Durchmesser der größeren Spielfläche: 35,5 cm

  • Durchmesser der kleineren Spielfläche: 16 cm

  • Höhe: 38 cm

  • Gewicht: 1,9 kg

     

     

     

     

    Arabische Welt

    Bendir

    Bandir / Mhrzl. Banadir, Bnader

    Nordafrika (vor allem Magreb)

    Rahmentrommel

    Bendir

    Die Bendir ist eine schellenlose Rahmentrommel. Das Fell (meist Ziege, aber auch Schaf) wird ohne spannbare Verschnürung auf den Rahmen geklebt und/oder auch genäht.

    Die Bendir hat bis zu drei Schnarrsaiten innen am Fell befestigt. Ursprünglich sind sie aus Darm, heutzutage aber auch schon mal aus Nylon. Bei konzertantem Spiel (z.B. für eine Hochzeitskapelle) werden die Schnüre auch manchmal entfernt.

    Die Bendir wird im Sitzen oder im Stehen gespielt und dabei senkrecht oder leicht nach vorne geneigt. Beim Spiel im Stehen wird der Daumen durch das Loch im Rahmen gesteckt, mit den übrigen Fingern dieser Hand kann die Trommel am Rand geschlagen oder das Fell gedämpft werden. Die andere Hand produziert über das Spiel mit den Fingern oder der ganzen Hand hohe Töne am Rand, und tiefere, dumpfer klingende in der Mitte.

    Als “Showeffekt” wird auch manchmal mit der Spielhand so stark auf den Fellrand geschlagen, dass sich die Trommel ein oder mehrere Male auf dem Daumen dreht um dann weiter gespielt zu werden.

    Gespielt wird die Bendir in Nordafrika (Marokko, Algerien, Tunesien, Lybien und manchmal Ägypten.

    Bendirspieler

    Gleichartige Trommeln fand man wohl auch im alten Ägypten und in Mesopotamien.

    Neben der Bechertrommel Darbuka und der Tonzylindertrommel Guellal sorgt die Bendir für den Rhythmus im populären algerischen Musikstil Raï. Das Instrument kommt in der arabischen städtischen Musik genauso zum Einsatz wie bei Hochzeitsfeiern von Berbern im Hohen Atlas. Bei öffentlich auftretenden Musikgruppen wird er von Männern gespielt, zur Gesangs- und Tanzbegleitung auf Familienfeiern auch von Frauen, hier oft zusammen mit dem Oboen-Instrument Ghaita, der Holzflöte Gasba und Metallklappern (Qarqaba). Sängerinnen wiederholen kurze melodische Phrasen, während sie einen einfachen Rhythmus unisono mit Rahmentrommeln und Klappern spielen.

    Das Instrument kann aber auch auf dem Schenkel (Lap-Style) gespielt werden. Solche Bendir sind dann oft sehr schwer und haben einen breiteren Korpus als jene, die mit Hand und Daumen gehalten werden. (Rahmenstärke 1,5-2 cm, Rahmenbreite 15 cm).

    Die Bendir wird auch als Begleitinstrument von einigen Sufi-Bruderschaften für ihre religiösen Gesänge und Rituale verwendet.

    Die Bendir wird am Feuer (Kohle oder Gas, was gerade da ist) gestimmt, denn sie soll (wie fast alle Rahmentrommeln) hoch gespannt sein. Dies ist hier zu sehen:

    stimmen1

    stimmen2

    griffloch

    Daumengriffloch

    griffloch innen

    Daumengriffloch von Innen und die Schnarrsaiten

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 20 - 60 cm

  • Höhe: 8 - 15 cm

  • Gewicht:

    Spezielle Maße meines Instruments

  • Durchmesser der Spielfläche: 42 cm

  • Höhe: 10 cm

  • Gewicht: 1,2 kg

    Materialien

  • Holzart/Material:

  • Bespannung: Ziegenfell

     

     

     

    Trommel des tunesischen Künstlers Nja Mahdaoui (Unikat)

    Übersetzung (von mir) der Bildunterschrift im Schaukasten, in dem die Trommel stand:

    Doppelfelltrommel

    Bild

    Gestaltet von Nja Mahdaoui - La Marsa, Tunesien 1998

    Diese Trommel ist typisch für jene, die bei Zeremonien in ganz Tunesien benutzt werden. Sie wurde durch den Künstler Nja Mahdaoui als Teil eines Kulturfestes gestaltet, das er in der Tunis Bahnstation veranstaltete um das Ende des Ramadans 1997 zu feiern. Sänger, Tänzer und Musiker, manche davon in Kostüme gekleidet, die Mahdaoui kreiert hatte, spielten vor einem textilen Wandbehang des Artisten. Die Trommel selbst, reich dekoriert mit Mahdaouis Kalligrammen (welche auf den arabischen Buchstaben basieren) blieb stumm. Einheimische Kulturtraditionen beeinflussen stark das Werk Mahdaouis. Mit dieser Trommel zeigt er seine Bewunderung für die musikalische, religiöse, orale und geschriebene Tradition Tunesiens und verbindet diese Traditionen dabei mit zeitgenössischer Musik und Tanz, ebenso wie mit der modernen Umgebung der Bahnstation, in der diese Performance statt fand.

    Leider weiß ich den genauen Ort (das Museum) nicht mehr, an dem ich die Trommel fotografiert habe. Es war aber sicher direkt in Tunesien.

    Welche Art Trommeln der Künstler als Vorlage benutzt hat, weiß ich leider ebenso wenig.

    Detailaufnahme der Verschnürung

    Detailaufnahme der Verschnürung

     

     

     

     

    Asien

    Noch keine Einträge

     

    Brasilien & Kuba & Südamerika & Karibik

    Atabaque (Familie)

    Rum (tief) (gespr.: Hum) / Rumpi (mittig) (gespr.: Humpi / Le (hoch)

    Brasilien

    Fasstrommel

    atabaque

    Schmale, stehende Trommel und wird nicht aus einem Stück hergestellt, sondern in Fassbauweise.

    Die Trommeln sind unten sehr schmal und stehen daher häufig auf Ständern, was ihr oft ein kelchförmiges Aussehen gibt.

    Gespannt wird die Atabaque über ein Schnur-Eisenringsystem. Längsschnüre halten zwei Eisenringe zusammen. Der untere Eisenring ist mir Keilen am Trommelkörper fixiert, werden sie fester eingeschlagen, erhöht sich die Trommelspannung. Heutzutage gibt es aber auch moderne Schraubspannungen für die Atabaques.

    Die Trommel wird vor allem im religiös-spirituellen Bereich des Candomblé, Umbanda und Macumba, aber auch im Capoeira, Samba de Roda, Samba de caboclo und Maculêlê (Volkstanz mit Stöcken oder Messern) genutzt. Im religiösen Bereich (vor allem im Candomblé-Ketu) besteht das Set aus allen drei Trommeln.

    Die Rum, die tiefste Trommel soliert und wird mit Hand und Stock gespielt, wobei es für die Hand nur zwei Basisschläge gibt. Den offenen, am Rand mit den Fingern geschlagenen Ton und den Slap, der peitschenartig in der Mitte der Trommel gespielt wird. Die beiden anderen Trommeln, Humpi und Le, sind Begleitinstrumente und werden mit Stöcken oder Ruten gespielt.

    detail1

    Keilbespannung am Fuß der Trommel

    detail2

    Typische Maße (Rum)

  • Durchmesser der Spielfläche:

  • Höhe: 120 cm

  • Gewicht:

    Typische Maße (Rumpi)

  • Durchmesser der Spielfläche:

  • Höhe: 90-100 cm

  • Gewicht:

    Typische Maße (Le)

  • Durchmesser der Spielfläche:

  • Höhe: 70-90 cm

  • Gewicht:

    Materialien

  • Holzart/Material:

  • Bespannung: Ziegenhaut

    Hörbeispiel

    Rum

     

     

     

    Conga(familie)

    Supertumba (sehr tief) / Tumba oder Tumbadora (tief) / Conga (mittig) / Quinto (hoch)

    Kuba / Brasilien

    Fasstrommel

    Die Conga ist wohl eine der meistgespielten und bekanntesten Trommeln. In ihrer heutigen Form entwickelt wurde sie auf Kuba. Ihr Ursprung liegt wohl in kesselförmigen Holztrommeln der Kongo-Bantu-Sklaven, die nach Kuba verschleppt worden waren.

    Alle Mitglieder der Conga-Familie werden in Fassbauweise hergestellt und sind mit einem Spannring und Spannschrauben versehen, über die die Trommel gestimmt werden kann. Die Bespannung ist Kuhfell, bei minderwertigeren Trommeln wird auch Ziegenfell benutzt, was aber nicht den warmen, vollen Sound einer guten Conga erzeugt.

    Jedes Mitglied der Conga-Familie kann einzeln gespielt werden, sehr häufig aber werden zwei, drei oder mehr Trommeln miteinander kombiniert und gespielt. Soliert wird häufig auf der Quinto, die am höchsten gestimmt ist.

    Congas werden meist nur mit den Händen, nicht mit Stöcken gespielt. Es gibt dabei zwei prinzipielle Spielformen. Die sog. Hand-to-hand Technik, bei der die Hände abwechselnd benutzt werden. Dabei werden „leere“ Stellen, an denen kein besonderer Ton zu hören sein soll, mit sog. Tipps gefüllt, d.h. mit leisem Auftippen der Finger auf das Fell, so dass ein konstanter Puls entsteht. Die andere Form ist der sog. „Floating“ Stil, der hauptsächlich auf Kuba gespielt wird. Dabei werden Leerstellen mit einer wippenden Bewegung der Hand (oft der linken) gefüllt, während die andere Hand dazwischen Töne, Bässe oder Slaps spielt. Einzelne Leerstellen werden auch hier mit Tipps gefüllt.

    Bässe spielt man in der Mitte des Felles mit flacher Hand, Open am Rand des Felles mit der gesamten Fläche der Finger. Diese Technik entspricht praktisch genau der Spieltechnik, die auf der ↑Djembe angewandt wird. Der Slap hingegen wird auf Congas gespielt, in dem man die gesamte Hand in Richtung Fellmitte schiebt und, leicht von der Seite kommend, einen peitschenartigen Schlag macht, bei dem hauptsächlich die Fingerkuppen aufs Fell schlagen, nicht die gesamte Hand. Hier gibt es offene und geschlossene Slaps. Bei den ersteren werden die Finger sofort wieder vom Fell abgehoben, wodurch ein höherer und oft auch lauterer Ton entsteht, als bei geschlossene Slaps, bei denen die Fingerkuppen kurz auf das Fell gepresst werden und die hohen Obertöne abdämpfen. So entsteht ein Ton, der von der Lautstärke zum Open passt.

    Spannring, der das Fell hält

    An Trommelkörper und Spannring befestigte Spannschrauben, über die das Instrument gestimmt werden kann.

    Typische Maße Supertumba

  • Durchmesser der Spielfläche: 36 cm

  • Höhe: 75 cm

  • Gewicht: 9,5 kg

    Typische Maße Tumba

  • Durchmesser der Spielfläche: 32

  • Höhe: 75

  • Gewicht: 9,5 kg

    Spezielle Maße meines Instruments

  • Durchmesser der Spielfläche: 29 cm

  • Höhe: 75 cm

  • Gewicht: 10,5 kg

    Typische Maße Conga

  • Durchmesser der Spielfläche: 30

  • Höhe: 75 cm

  • Gewicht: 9 kg

    Spezielle Maße meines Instruments (Baur)

  • Durchmesser der Spielfläche: 28 cm

  • Höhe: 75 cm

  • Gewicht: 9,8 kg

    Spezielle Maße meines Instruments (Meinl)

  • Durchmesser der Spielfläche: 28 cm

  • Höhe: 75 cm

  • Gewicht: 11,2 kg

    Typische Maße Quinto

  • Durchmesser der Spielfläche: 28 cm

  • Höhe: 75 cm

  • Gewicht: 8,5 kg

    Spezielle Maße meines Instruments

  • Durchmesser der Spielfläche: 24,5 cm

  • Höhe: 75 cm

  • Gewicht: 9,8 kg

    Materialien

  • Holzart/Material: Viele versch. Holzarten / Fiberglas

  • Bespannung: Naturfelle: Kuh / Büffel / Ziege
    Kunstfelle (z.B. Nuskin)

    Hörbeispiele

    Conga und Tumba

     

     

     

    Pandeiro

    Brasilien

    Rahmentrommel

    Pandeiro

    Das Pandeiro ist eine Rahmentrommel mit Schellenring, die in der brasilianischen Musik gespielt wird. Die Schellen formen beim Pandeiro eine Muschel. Dadurch entsteht ein Klirren, ähnlich dem Klang einer HiHat beim Schlagzeug. Manche Instrumente haben zwischen den Schellenpaaren eine weitere flache Metallscheibe, deren Zweck es ist, den Klang zu dämpfen und ein Nachscheppern der Schellen zu verhindern. Dadurch wird eine differenziertere Spielweise der Finger- und Handanschläge möglich, die nicht durch den Klang der Schellen beeinträchtigt wird.

    Für die verschiedenen Einsatzzwecke wurden unterschiedliche Pandeiros entwickelt. Es gibt sie in Größen zwischen 8 und 14 Zoll, wobei 10 Zoll die gängigste Größe ist. Bespannt werden sie mit Natur- oder Plastikfellen.

    Das Pandeiro bietet eine große Vielfalt an Soundmöglichkeiten. Vor allem die tiefer gestimmten Instrumente mit Naturfell weisen die gesamte Bandbreite vom tiefen, vollen Basston bis zum hohen, scharfen Slap auf.

    Das Pandeiro wird traditionell in der Capoeira, dem Samba, dem Pagode und dem Choro eingesetzt. Er wird sowohl in kleinere Ensembles als auch in den großen Sambaschulen gespielt.

    Die Spieltechniken und auch die eingesetzten Pandeiros sind in den verschiedenen Musikstilen zum Teil sehr unterschiedlich.

    Beim Capoeira wird das Pandeiro am einfachsten gespielt. Es gibt einen Grundrhythmus, der kaum variiert wird und keine großen Anforderungen an die Spieltechnik stellt. Verwendet werden sowohl Natur-, als auch Plastikfellpandeiros in versc

    In den großen Sambaschulen ist das Pandeiro eher Showinstrument, da es sich mit seiner geringen Lautstärke in den hunderte Mann starken Escolas de Samba kaum Gehör verschaffen kann. Es werden große, mit Plastikfell bespannte Pandeiros eingesetzt, die während des Tanzens jongliert werden. Eine wesentlich wichtigere Rolle spielt das Pandeiro im Pagode. In dieser "Kammermusikversion" des Straßensamba werden Plastikfellpandeiros eingesetzt.

    Im Choro ist das Pandeiro häufig das einzige Percussioninstrument. Hier wird vor allem das tiefe Naturfellpandeiro mit seinem breiten Soundspektrum eingesetzt. An die Spieltechnik werden sehr hohe Anforderungen gestellt: der Pandeirospieler muss sowohl eine rhythmische Basis legen, als auch Akzente in der Melodie mitspielen und die Übergänge zwischen den einzelnen Teilen eines Stücks ausgestalten.

    Das Pandeiro wird mit der linken Hand waagerecht vor den Körper gehalten (gilt für Rechtshänder). Die rechte Hand schlägt die Töne mit dem Daumen, den Fingerspitzen, dem Handballen oder der flachen Hand. Je nach Stil und gewünschtem Sound, wird das Pandeiro beim Spielen mit der linken Hand so hin- und hergedreht, dass mit den Schellen durchlaufende 16tel gespielt werden (ein wichtiger Aspekt der Marcos-Suzano-Technik). Dies entspricht der HiHat-Funktion beim Schlagzeug. Der Daumen der rechten Hand schlägt entweder einen klingenden, offenen Ton an, oder dämpft diesen Ton ab, indem er auf dem Fell liegen bleibt. Dieser tiefste Ton des Pandeiros, der am Fellrand erzeugt wird, ist vergleichbar mit der Bassdrum des Schlagzeugs. Der offene Ton kann ebenfalls mit den Fingerspitzen erzeugt werden (Mittel- und Ringfinger); diese Technik wurde von Marcos Sunano entwickelt. Schlägt man mit allen Fingerspitzen (Finger sind gestreckt) auf das rechte obere Drittel des Fells (vgl. Conga-Technik), bekommt man einen Slap, der scharf und kurz klingt und der Snaredrum beim Schlagzeug entspricht. Diesen Slap erzeugt man ebenso mit dem Daumen, und zwar im rechten unteren Drittel des Fells; damit sind die Grungschläge der Marcos-Suzano-Technik komplett. Weiterhin hat man (bei Naturfellpandeiros) die Möglichkeit durch Drücken mit dem Daumen der linken Hand, die Spannung des Fells zu beeinflussen, wodurch die Tonhöhe des offenen Tons stufenlos veränderbar ist. Schließlich gibt es noch gedämpfte Töne, die mit Fingerspitzen und Handballen am äußersten Rand des Pandeiros erzeugt werden und vor allem die Schellen als durchlaufende 16tel zum Klingen bringen.

    Durch die Kombination und den geschickten Einsatz all dieser Soundmöglichkeiten, kann das Pandeiro wie ein Schlagzeug klingen. Vor allem in Verbindung mit einem Mikrofon und guten Einstellungen am Mischpult sind effektvolle Sounds zu erzielen.

    Zitat aus Wikipedia

    Gespannt wird das Instrument über in der Regel 6 Spannschrauben, die an einem Ring befestigt sind und am Körper des Instruments. In den Ring ist das Fell geklemmt, wird der Ring durch die Schrauben nach unten gezogen, steigt die Stimmung des Pandeiro.

    Typische Maße

  • Durchmesser der Spielfläche: 20 - 36 cm - üblich: 25 cm

  • Höhe: 4 - 5 cm

  • Gewicht: 0,4 - 1 kg

    Materialien

  • Holzart/Material: Holz

  • Bespannung: Ziegenfell / Plastikfell

     

     

     

    Surdo (Familie)

    Primeiro (Marcação) (tief) / Segundo (Resposta, Respondor) (mittig) / Terceiro (Cortador) (hoch)

    Brasilien

    Zylindertrommel

    Die Surdo (was übersetzt aus dem Portugiesischen „taub“ bedeutet), ist das Rückgrat der Samba Gruppen (Bateria de Samba), des Samba da Roda, des Straßensamba. Meist in allen drei Tonlagen vertreten, spielen die tiefe und mittige Surdo oft einfache Rhythmen (manchmal nur Beat auf 1 und 3 und, als Antwort quasi, Beat auf 2 und 4) wohingegen die hohe Trommel komplexere Rhythmen spielt. Die Surdo wird prinzipiell mit Schlegel gespielt, meist mit nur einem. Die freie Hand dämpft das Fell an bestimmten Stellen oder setzt synkopische Akzente, die im Ensemble aber kaum zu hören sind und oft nur dazu dienen, den „Swing“ zu erhalten. Manchmal wird auch mit zwei Schlegeln gespielt (vor allem auf der hohen Surdo), wobei entweder mit einem Schlegel gedämpft wird, falls nötig, oder aber mit drei Fingern der schwächeren Hand (meist Links), während Daumen und Zeigefinger den Schlegel für den nächsten Einsatz festhalten.

    Als Straßenmusikinstrument wird die Surdo in der Regel getragen (Schulter- oder Bauchgurt).

    Heutzutage sind die Instrumente meist – auch gewichtsbedingt – aus Aluminium und mit Plastikfellen bespannt, wobei es natürlich immer noch Holzkörper und Naturfelle gibt. Verspannt werden die beiden Trommelfell über zwei Metallringe, die über schraubbare Metallstäbe (die parallel zum Trommelkörper verlaufen) miteinander verbunden sind.

    seitl. Schallloch

    Das seitliche Schallloch

    Verspannvorrichtung

    Die Verspannvorrichtung

    Typische Maße Primeiro

  • Durchmesser der Spielfläche: 61 - 71 cm

  • Höhe: 60 - 65 cm

  • Gewicht:

    Typische Maße Segundo

  • Durchmesser der Spielfläche: 50 - 56 cm

  • Höhe: 45 - 61 cm

  • Gewicht: 5,5 - 7,5 kg

    Spezielle Maße meines Instruments

  • Durchmesser der Spielfläche:

  • Höhe:

  • Gewicht:

    Typische Maße Terceiro

  • Durchmesser der Spielfläche: 41 - 46 cm

  • Höhe:

  • Gewicht:

    Materialien

  • Holzart/Material: Holz / Aluminium (mit und ohne Nähte)

  • Bespannung: Plastikfelle (Nylonfelle) oder Naturfelle

    Hörbeispiel

    Segundo

     

     

     

     

    Europa

    Noch keine Einträge

     

     

     

     

    Indien

    Noch keine Einträge

     

     

     

     

    Sonstige

    Noch keine Einträge